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  • Judith Schier

Ein Weg zu innerem Frieden


Diese Aussage ist so treffend, dass ich mich heute gerne näher damit auseinandersetzen und meine Gedanken dazu in diesem Blogartikel festhalten möchte.

„Wenn das Drama deiner eigenen Geschichte keine Kontrolle mehr hat…“ Für mich ist der erste Schritt zu innerem Frieden schon getan, wenn man sich darüber bewusst wird bzw. ist, dass unsere Vergangenheit, die Erlebnisse in der Kindheit und auch, wie inzwischen wissenschaftlich bewiesen, Erlebnisse deiner Familie, deiner Vorfahren wesentlich beeinflussen, wie wir denken, handeln und fühlen.

Diese Erlebnisse, egal ob selbsterlebt oder von Personen in deiner Familie, bilden sich zu neuronalen Netzwerken im Gehirn aus und je häufiger Ereignisse zu diesem einen Erlebnis passen, desto größer wird das Netzwerk.

Um das zu erklären verwende ich gerne das Bild, das auch von vielen anderen genutzt wird, um solche Prozesse zu beschreiben. Das erste Erlebnis kann man sich als Trampelpfad vorstellen. Zum Beispiel die erste Zurückweisung, die dich verletzt hat. Dein Körper reagiert mit Stress, schüttet die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus um dich für Kampf oder Flucht bereit zu machen. Als kleines Kind, aber auch als Erwachsener, kann die Situation jedoch so aussehen, dass weder Kampf noch Flucht erfolgreich wären. Also bleibt die Erstarrung. Erstarrung bedeutet aber, dass die Stresshormone, die für Kampf oder Flucht ausgeschüttet wurden, quasi im System „steckenbleiben“, da sie nicht ausagiert wurden. Und dieses „Steckenbleiben“ hat die Bildung von Netzwerken im Gehirn zufolge, der Trampelpfad bildet sich.

Je mehr Erlebnisse in deinem Leben auftreten, die zu dieser ersten Erfahrung der Zurückweisung passen, desto größer wird dieses Netzwerk. Der Trampelpfad wird zu einem Feldweg, der Feldweg zu einer Landstraße und irgendwann haben wir eine viel befahrene sechsspurige Autobahn, die wesentlich dein Denken, Handeln und Fühlen beeinflusst. Denn im Alltag lauern ständig kleine Auslöser, oder auch Trigger genannt, die dieses Netzwerk und somit das Gefühl von Zurückweisung aktivieren.

Und so beeinflusst uns das „Drama unserer eigenen Geschichte“. Doch die wirklich Gute Neuigkeit der aktuellen Forschungen der Neurowissenschaften ist, dass unser Gehirn jederzeit umprogrammiert bzw. neuprogrammiert werden kann.

Das heißt: Wenn du dich aktiv entscheidet, dass diese alten Dramen keinen Einfluss mehr auf dein Leben haben sollen, kannst du anfangen, diese sechsspurigen Autobahnen immer weniger zu nutzen.


Wie das aussehen kann? Nun, der erste Schritt ist ja schon getan, denn du bist dir dieser Wirkmechanismen bewusst. Jetzt kannst du in den jeweiligen Situationen anfangen, aktiv deine Reaktionen zu korrigieren, alternativ zu handeln oder andere Gedanken zu denken.

Der Chef hat dich schon wieder angeschnauzt und dein Gefühl der Zurückweisung ist aktiviert worden? Du fühlst dich abgelehnt, denkst du kannst nichts und sackst in dich zusammen? Wenn du das bemerkst, könntest du dich zum Beispiel einfach wieder aufrichten, Kopf hoch, Schultern nach hinten, Rücken gerade. Vielleicht hilft auch der Gedanke, dass der Chef gerade einfach schlechte Laune hat und das gar nichts mit dir zu tun hat? Wer weiß, was bei ihm gerade los ist, das ihn so sehr unter Druck und Stress versetzt, dass er sich nicht anders zu helfen weiß, als dich runter zu machen?

So gibt es für jedes individuelle Drama Möglichkeiten sich neu auszurichten, belastete Gefühle abzubauen und neue, positiv geprägte neuronale Netzwerke aufzubauen. Dazu brauchst es Bewusstsein und Selbstreflektion. Wenn die Gefühle und Dramen zu belastet sind braucht es manchmal auch Hilfe von anderen, um diese abzubauen und ein neues neuronales Netzwerk entstehen lassen zu können.


Aber immer, wirklich immer, kann eine sechsspurige Autobahn aus negativen, belasteten Mustern abgebaut werden. Irgendwann bricht der Asphalt auf und die Natur erobert diesen Raum. Kleine Pflanzen, Blumen und irgendwann auch Bäume schieben sich durch die Risse hindurch. Die Vögel zwitschern fröhlich, die Hasen lassen sich das Gras schmecken, ein Igel raschelt durchs Gebüsch und es kehrt Frieden ein.


Herzlich, Judith Schier

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